Transponder AGV bei BASF Ludwigshafen

AGV fährt an einer Ladestelle unter einen Tankcontainer (Bild: BASF)

Ludwigshafen, 10.05.2017 — Rund 20 Millionen Tonnen Transportvolumen befördert BASF am Standort Ludwigshafen pro Jahr. Hier sollen zukünftig Kosten und Transportzeiten eingespart werden, dazu wurde durch BASF ein modernes Logistikkonzept erarbeitet. Die wichtigsten Komponenten dieses Konzeptes sind:

  • Vollautomatische Förderfahrzeuge (Automated guided vehicles, AGV / Fahrerlose Transportfahrzeuge, FTF),
  • neue, bahnoptimierte Tankcontainer statt Bahnkesselwagen,
  • sowie ein Tankcontainerlager.

AGV mit Tankcontainer (Bild: BASF)
AGV mit Tankcontainer (Bild: BASF)

Eine Weltneuheit ist laut BASF das AGV, das gemeinsam mit der VDL-Gruppe entwickelt wurde. Es handelt sich um einen 16,5 Meter langen Schlitten mit insgesamt 32 Rädern und acht lenkbaren Achsen, die Nutzlast beträgt 78 Tonnen. Dieses Fahrzeug kann dank seiner flachen Bauweise direkt unter die neuen Tankcontainer fahren, diese anheben und dann bewegen. Durch die hohe Anzahl an Rädern und die lenkbaren Achsen bleibt das AGV wendig und verursacht trotz des Gesamtgewichts von bis zu 100 Tonnen keine Schäden an den Straßen. Laut BASF soll sich die Dauer des Transports eines Tankcontainers an eine der über 150 Ladestellen mit dem AGV zukünftig von rund 22 Stunden auf eine Stunde verringern.

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Erstes automatisch fahrendes Fahrzeug bei BASF in Ludwigshafen (Video: BASF)

Das AGV navigiert entlang von Transpondern im Boden. Sowohl die Transponder als auch die zugehörigen Antennen am Fahrzeug wurden von der Götting KG geliefert und gemeinsam mit VDL in das Fahrzeug integriert. Bei den Transpondern handelt es sich um besonders gegen Umwelteinflüsse geschützte Glastransponder, die bei der Pikatron GmbH gefertigt wurden. Die Transponder-Antenne ist eine Weiterentwicklung des Götting Typs HG G-98850 (en). Zusätzlich stammen die in dem VDL Video unten gezeigten Sicherheits-Laserscanner HG G-45000 für den optischen Personenschutz und die Hinderniserkennung im Innen- und Außenbereich von der Götting KG.

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Konzept des AGV mit Transponder-Navigation und sicheren Scannern (Video: VDL)

Dank der ausgefeilten Sicherheitstechnik und einer hochmodernen Fahrzeugsteuerung können die AGV gemeinsam mit dem übrigen Verkehr die normale Straßeninfrastruktur nutzen. Weiterhin entsteht bei BASF bis Mitte 2018 ein trimodales Tankcontainerlager bei dem der Warenumschlag über AGV, Lkw und Bahn erfolgt.

Ansprechpartner: Herr Dr.-Ing. Daniel Knopp, Vertrieb Fahrzeugautomatisierung

Weitere Informationen zu dem Projekt erhalten Sie z. B. auf den folgenden Seiten:

Über die Götting KG Stand: 02/2013

Die Götting KG , gegründet 1965, ist ein innovatives, weltweit tätiges Unternehmen mit Sitz in Lehrte bei Hannover. Sie entwickelt und produziert Funkdatenübertragungs-Systeme und Sensoren zur Spurführung von sogenannten Fahrerlosen Transportfahrzeugen (FTF). Nach eigener Einschätzung hat die Götting KG weltweit das umfangreichste Programm an diesen Komponenten für den Bereich FTF.

Weitere Schwerpunkte sind neben der Automatisierungs- und Fördertechnik die Verkehrstechnik, die HF-Meßtechnik, die allgemeine Funktechnik sowie kundenspezifische Entwicklungen für Automobilhersteller, Elektro- sowie die Rundfunkindustrie. Das Unternehmen beschäftigt ca. 50 Mitarbeiter. Davon sind 15 Ingenieure überwiegend in der Entwicklung tätig.

Zur Götting KG gehört die Abteilung FOX. FOX liefert Transportsysteme mit fahrerlosen Seriennutzfahrzeugen, insbesondere für den Außenbereich (LKW, Radlader, Industrieschlepper, Gabelstapler, u.ä.). Die umgerüsteten Fahrzeuge lassen sich sowohl manuell als auch automatisch nutzen. Für die Automatisierung der weltweit ersten fahrerlosen Lkw hat FOX mehrere erste Preise erhalten.